Wasser
Die Klimakrise wird sich auf das Wasser auswirken: Abschmelzende Gletscher wird für die Zukunft bedeuten, dass sie als zukünftige Wasserquellen für die Flüssen in den Alpen und im Alpenvorland ausfallen werden. Das bedeutet Niedrigwasser für die Flüsse oder aber auch für den Bodensee. Die Folgen der Klimaerwärmung zeigt dieser Ausstellungsraum.

Bodensee

Der Bodensee ist ein 63 km langer See im Alpenvorland zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz

Er ist einer der größten Trinkwasserreservoirs Europas und beherbergt wertvolle Tier- und Pflanzenwelten. 2018 führte der trockene Sommer zu einem Niedrigwasserstand, sogar Inseln bildeten sich in diesem großen See.

Der Rhein ist der wichtigste Wasserzubringer für den Bodensee. Infolge der Dürre im Jahre 2018 erreichte der Bodensee neue Niedrigstände. Der durchschnittliche Pegelstand in den Sommerhalbjahren von 1988 bis 2007 sang um 25,6 Zentimeter

Quelle: wikipedia.org


Fotoeindrücke vom Niedrigwasser am Bodensee 2018



Dieser Videobericht der Landesschau Baden-Würtemberg dokumentiert das Niedrigwasser des Jahres 2018 und der Folgen:

Donau und Rhein

Donau bei Aggstein
Quelle: upload.wikimedia.org

Donau und Rhein: Niedrigwasserstände häufen sich …

Flüsse wie die Donau und der Rhein sind wichtige und umweltfreundliche Transportwege für die Wirtschaft, insbesondere für die Industrie. Neben Extremsituationen wie einem Hochwasser muss man sich jedoch vor allem auf regelmässige Niederwasserstände einstellen. Dies gefährdet die Transportsicherheit auf dem Wasser.

Die Donau (wichtige Wasserzuflüsse sind die aus den Alpen kommenden Flüsse Inn und Salzach) ist eine wichtige Wasserstraße in Zentraleuropa und befördert große Mengen an Gütern, aber auch die Passagierschifffahrt ist ein wichtiger Wirtschaftssektor. Eben dieser wichtige Transportweg ist durch niedrige Wasserstände aufgrund der Klimakrise gefährdet.

Donau: Die voestalpine in Linz sorgt für Niedrigwasser auf der Donau vor, um die Versorgungssicherheit für ihre Produktion sicherstellen zu können. Teilweise kann von der Wasserstraße auf die Bahn umgestellt werden, teilweise werden Rohstoffe vom slowenischen Hafen Koper abgeholt.

Bericht: voestalpine

Rhein: Für BASF brachte 2018 das Niedrigwasser hohe Verluste: Es schränkte sowohl die Produktion (bei niedrigem Wasser ist die Wiedereinleitung von Kühlwasser in den Rhein begrenzt) als auch die Logistik durch die Einschränkung des Schiffsverkehrs stark ein.

Das Video im Bericht der Deutschen Welle zeigt: Ein Cargo-Schiff mit einer Ladekapazität von 2.000 Tonnen Öl für den Kunststoffhersteller BASF müssten entweder von 40 Eisenbahnwaggons oder von 80 Tanklastern ersetzt werden.

Salzach,
Inn und Enns

Die Salzach bei Lend im Salzburger Land
Quelle: commons.wikimedia.org

Flüsse wie Salzach, Inn und Enns werden ohne Gletscherwasser weniger Wasser führen.

Das Wasser aus der Gletscherschmelze trägt je nach Fluss unterschiedlich viel zum Wasservolumen der Flüsse bei. Wenn es wesentlich weniger Wasser aus der Gletscherschmelze geben wird, dann zeichnen sich handfeste Konflikte um das Wasser ab.

Matthias Schickhofer beschreibt dies in seinem Buch „Schwarzbuch Alpen“ (Seite 22) wie folgt:


„Bedingungen wie im extremen Hitzesommer 2003 könnten in wenigen Jahrzehnten der Normalfall sein. Dann wird der sommerliche Wassersegen der Gletscher nicht mehr für eine Linderung der Wassernot sorgen, weil die Gletscher weitgehend abgeschmolzen sein werden. Die Alpenflüsse könnten dann im Hochsommer extremes Niedrigwasser führen – bedingt durch das Ausbleiben der Gletscherspende in Kombination mit früher Schneeschmelze in den Bergen und fehlenden Niederschlägen. „Mit den versiegenden Bächen und Flüssen sinken auch See- und Grundwasserspiegel im Unterland und die erhöhte Verdunstung trocknet die Böden aus. Der Bedarf an Wasser für die Landwirtschaft steigt, aber um die Nutzung des verbleibenden Wassers entstehen ernste Konflikte.“ Wasser werde ja auch gebraucht als Trink- und Brauchwasser, ist lebensnotwendig für Fische in Gewässern, für die Stromerzeugung und die Kühlung von Kernkraftwerken oder für das Löschen von (in Zukunft wahrscheinlich häufigeren) Waldbränden.“ Auch die derzeit in intensiv ausgebauten Massenschigebieten mit tausenden Schneekanonen verbrauchen eine Unmenge des Wassers. Auch diese intensive Wassernutzung wird dann in Frage zu stellen sein.


Mehr ist in einem ORF Artikel zu lesen.

Gosausee

Quelle:
By Karelj - Own work, Public Domain

Gewässer wie der Gosausee drohen zu überhitzen.

Die andauernde Hitze sorgt in den Seen, Teichen und Flüssen für Probleme. Die Wassertemperaturen seien in den letzten 40 Jahren um zwei Grad gestiegen, so Fischforscher. So mancher Teich muss bereits künstlich belüftet werden, damit die Fische genug Sauerstoff bekommen.

3.300 Karpfen schwimmen allein im größten der vier Schacherteiche des Stifts Kremsmünster, in denen die bekannten Weihnachtskarpfen gezüchtet werden. Obwohl elektrisch betriebene Schwimmkörper mit Schaufelrädern das Wasser durchwühlen, müsse täglich der Sauerstoffgehalt gemessen werden, so Peter Jilka, Obmann des Fischervereins, der die Teiche pachtet, im Gespräch mit dem ORF OÖ. Das derzeitige Problem sei, dass der Teich bereits 26 Grad habe. Das Wasser heize sich über den Tag auf und der Sauerstoffverbrauch der Fische steige, so Jilka. Die Schacherteiche werden ausschließlich vom Regen gespeist und haben keinen Abfluss, was die Situation verschärfe, so Jilka.42 Nicht nur stehende Gewässer sind betroffen, auch in Bächen und manchen Flüsse steigt die Wassertemperatur. Die Krems beispielsweise erreichte an manchen Stellen bereits 27 Grad. Auch die Verbauung der Gewässer spielt dabei eine Rolle. Wird ein Fluss verbaut, heizt sich das Wasser leichter auf.

Temperaturanstieg auch in den Seen im Salzkammergut

Selbst in den vergleichsweise tiefen Seen im Salzkammergut spitzt sich die Lage zu. 40 Jahre lang haben Fischforscher des Instituts für Limnologie am Mondsee die Temperatur in den Seen gemessen. Neue Ergebnisse zeigen laut Fischforscher Josef Wanzenböck einen Umbruch. „Wir haben den Irrsee, den Mondsee und den Hallstätter See untersucht, und da sieht man, dass die Oberflächentemperatur in den 40 Jahren um beinahe zwei Grad angestiegen ist“, so Wanzenböck. Die Voralpenseen nähern sich damit in ihrer Biologie den Kärntner Seen an, klassische Gebirgsseen wie den Gosauseen werde man immer höher finden.

Wildfische könnten mancherorts verschwinden

Wenn sich Gewässer erwärmen, bleibt das nicht ohne Folgen. Der Forelle könnte es im Mühlviertel zu heiß werden, so Klaus Berg, Fischökologe beim Landesfischereiverband. Die natürliche Reproduktion könnte aufgrund der steigenden Gewässertemperatur nur mehr sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich sein – und klassische Wildfische könnten so verschwinden.

Konferenz über Auswirkungen geplant

Die Fischforscher am Mondsee wollen im Herbst eine Konferenz einberufen, um sich mit anderen Wissenschaftlern zu beraten, denn welche Folgen das Phänomen haben könnte – von der Fischerei über die Landwirtschaft bis zur Trinkwasserversorgung – sei noch nicht absehbar, hieß es.

Quelle: ooe.orf.at